2005-09-13

Jugendhausclub Degerloch

der Artikel im Original
Der Provinzposse wievielter Teil? Nun mußten laut Stuttgarter Zeitung (Ausgabe 211 vom 12.09.2005, Seite 21) 30 Tonnen Unrat entsorgt werden. Dreißig Tonnen. Also dreißigtausend Kilogramm, »... darunter 14 Kühlschränke und etliche schwere Türen«. Ein durchschnittlicher Komfortkühlschrank wiegt 45 kg. Macht 630 kg. Dann wogen die Türen zusammen 29.370 kg? Kopfschütteln. Das kann nicht sein, denke ich. Also muss jede Menge anderes schweres Gerümpel herumgestanden haben. Wenn je Quadratmeter 200 kg stehen würden, wären insgesamt 150 qm vollgestellt gewesen. Das muss man sich mal bildlich vorstellen: Stahlträger, Tresore, Baumstämme, Steinquader, Betonpfosten – all so Sachen müssen da gestapelt worden sein. Aber Christian Klenk (der Autor des Artikels) hat sich das sicher nicht vorgestellt, sondern einfach irgendwo aufgeschnappt oder abgeschrieben – auf jeden Fall nicht hinterfragt. Einigermaßen realistisch wären vielleicht noch 30 Kubikmeter Sperrmüll. Doch dass die Entsorgung geschätzte 35.000 Euro kosten sollen, bleibt gleichsam schleierhaft.

Nächster Kopfschüttelanlass: 800 Euro soll ein »schwarzer Sheriff«, also ein Einmannwachdienst, täglich gekostet haben. Sauberes Honorar. Für das Geld würde so mancher Arbeitsuchender gern mal ein paar Tage grundlos in der Gegend rumstehen. Ein regelrechtes Sonderangebot sind da im Vergleich die 150 Polizisten, die Ende Juli das Gebäude gestürmt haben. Der finanzielle Aufwand dieser Aktion (zulasten des Steuerzahlers) wird auf zwischen 10 und 20 Tausend Euro geschätzt – bei 15.000 also umgerechnet nur 100 Euro pro Mann. Sind private Wachdienstler also demnach 8-mal so gut ausgebildet und kompetent wie unsere Polizisten? Ich wage es zu bezweifeln.

Und wenn es wirklich um solche Summen geht, dann unterstelle ich, dass der nahezu mittellose Jugendhausclub endgültig in die Enge und ins Aus getrieben werden soll. Eine Schmach und Schande für das Gebaren der Stadt Stuttgart.